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Hintergründe der Berufsnavigation

Berufsnavigation als wirtschaftliche Regionalentwicklung

Vor nicht all zu langer Zeit, gab es weniger als 150 Berufe. Ein junger Mensch liess sich ausbilden und war viele Jahre im angestammten Bereich tätig. Innerhalb dieser Felder gab es dann Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Heute sieht die Arbeitswelt ganz anders aus. Stichworte wie" Permanent Education", "Patchwork-Lebenslauf", "Portfolio-Worker" usw. machen deutlich, dass eine berufliche Laufbahn heute nicht mehr etwas so Klares ist, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war.

Gleichzeitig wächst der Druck auf die Jugendlichen, die vor dem Einstieg in die Welt der Erwerbsarbeit stehen. Es gibt viele Ideen darüber, was für Berufe und Fähigkeiten die Wirtschaft braucht und was gelernt werden muss. Das Gespenst der 2/3 Gesellschaft geht um und die Vorstellung, dass nur diejenigen, die eine stromlinienförmige Karriere vorweisen können, eine Chance haben auf anständig bezahlte und leidlich interessante Tätigkeiten.

Wichtige Fragen

Früher war die wichtige Frage bei Berufsberatungen: "Was sind deine Fähigkeiten?"

Heute reicht diese Fragestellung nicht mehr aus, um zu einem befriedigenden Resultat zu kommen. Andere Fragen dagegen werden immer wichtiger: "Wie sieht die Welt aus, in der du leben möchtest?" "Welche Werte sind dir wichtig?" Welche Qualitäten machen dich glücklich/geben dir Energie?" "Was ist der Brennpunkt deiner Leidenschaft?"

Diese Fragen zielen auf ein ganz individuelles Design von möglichen Lebensbereichen und Tätigkeitsfeldern. Manchmal stehen diese im Bezug auf konventionelle Ausbildungen quer in der Landschaft.

Wenn wir jedoch die Wünsche und Zukunftsperspektiven von jungen Menschen ernst nehmen, wecken wir ein kreatives Potential, das einer ganzen Wirtschaftregion neue Impulse geben kann.

Das Projekt

Die BerufsNavigation ist eine Change-Projekt! Die Schul-, Ausbildungs- und Arbeitssituation wird von vielen Menschen heute als unbefriedigend erlebt. Neue Lösungen erfordern neue und integrative Ansätze. BerufsNavigation setzt auf die Co-Evolution, die Lernfähigkeit des gesamten Systems.

Der Drehpunkt sind die jungen Erwachsenen. Ein Team von TrainerInnen bietet Angebote zur BerufsNavigation in unterschiedlichen Rahmen und Institutionen an. Es geht darum, jungen Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, herauszufinden wo "der Brennpunkt ihrer Leidenschaft" ist. Diese "Visionssuche" ist nicht nur auf eine Auswahl schon bestehender Ausbildungen beschränkt. Berufs-NavigatorInnen entwickeln zusammen mit Jugendlichen auch individuell stimmige Möglichkeiten und erfinden dadurch ganz neue Berufsbilder.

Dabei werden die Bedürfnisse der Jugendlichen auf- und ernstgenommen und mit den Möglichkeiten des Bildungswesens und der Wirtschaft koordiniert. Die Berufs-NavigatorInnen treten dabei als Vermittler zwischen alten und neuen Möglichkeiten der Arbeitswelt und den Bedürfnissen und Visionen von Jugendlichen auf.

Jugendliche finden in diesem Prozess die Motivation eine Ausbildung anzupacken und zu Ende zu führen.

Ausblick

Aus diesem Anaatz entwickeln wir neue zielgruppengerechte Ausbildungs- und Praktikumsmodelle.

-> Beispiel Motivationsjahr

Innovative neue Berufsbilder entstehen. "Schwierige" Jugendliche, die vor einseitig hohen Anforderungen kapitulieren, können von der Berufs-Navigation genau so profitieren, wie Hochbegabte, die durch stark strukturierte Ausbildungen gelangweilt sind und durch interessebasiertes punktgenaues Lernen gefördert werden können. Mit dem Projekt einer Ausbildung

-> Beispiel Ausbildung

in der junge Menschen in Berufsnavigation geschult werden, möchten wir diese neue Denkweise verankern: Eine ganze Wirtschaftsregion wird durch zukunftsweisende Projekte bereichert und macht sich von innen her und ohne äusseren Zwang fit für die veränderten Anforderungen der Zukunft.

Thomas Diener